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Praxisklasse an der

Felix-Nussbaum- Schule
Abschlussquote erhöhen –

Berufsfähigkeit steigern

Walsrode… … mehr als nur Vögel


… es gibt auch noch uns !!!

die 15 Schüler und 2 Schülerinnen aus der Praxisklasse 9/5 der Felix-Nussbaum-Schule in Walsrode. „ Null Bock“ auf Schule ist schon lange kein Thema mehr für die Schüler im Rahmen des AQB-Projekts.


Denn die Praxisklasse geht seit 10 Monaten ihren eigenen Weg um die Schüler fit für den Hauptschulabschluss und einen Ausbildungsplatz zu machen.
Der 16-jährige Dimitri aus Schwarmstedt steht zur Zeit früh auf: Um 7 Uhr fährt sein Zug nach Walsrode - aber er weiß, dass es sich lohnt. Den Hauptschulabschluss und danach einen Ausbildungsplatz hat er fest im Visier, und das war längst nicht immer so.
„ Wenn ich normal weitergemacht hätte, hätte ich es nicht geschafft“, da ist sich Dimitri ganz sicher. Unter „normal“ verstand er bislang alles andere als eifriges Lernen. Seit er Mitglied der Praxisklasse ist, fühlt sich das Aufstehen anders an. „Ich finde es einfach besser, körperlich zu arbeiten als zu rechnen“, erklärt er. Und: „Im Betrieb fühle ich mich viel erwachsener als in der Schule.“
Dimitri steht mit dieser Erfahrung nicht allein da: Die meisten seiner Mitschüler haben seit Februar ähnliche Erfolgserlebnisse mit der Praxisklasse verbucht. Sie haben in der Betrieben neues Selbstbewusstsein getankt und letztlich eingesehen, dass Pauken und gute Schulnoten nicht nur den Lehrer froh machen sollen.
„ Wir wissen mittlerweile, was für uns auf dem Spiel steht“ so die Worte eines Schülers gegenüber dem Schulleiter Rüdiger Strack. Und dieser schaut nicht ohne Stolz gemeinsam mit dem Praxisklassenteam bestehend aus der Klassenlehrerin Patricia Knüver, der Berufsstartbegleiterin Beate Geisel und der Sozialpädagogin Melanie Seiffert auf die Praxisklasse.
„ Es ist hier gelungen eine Solidargemeinschaft zu bilden und den Schülern eine Perspektive zu geben.“


Eine Perspektive bedeutet in diesem Fall: ein Schulabschluss – und eine Lehrstelle.
Für manche aus der 9/5 ist das Ziel schon fast zum Greifen nah. Lars zum Beispiel hat bereits einen Einstellungstest hinter sich, zu dessen Teilnahme er von seinem Praktikumsbetrieb aufgefordert worden war – er wartet täglich auf das Ergebnis. Auch Thomas konnte ein Erfolgserlebnis verbuchen: Mein Praktikumsbetrieb hat mich in den Sommerferien angerufen und gefragt, ob ich zwei Wochen aushelfen kann.“ Keine Frage: Thomas ist eingesprungen – und auch er ist seinem Ziel wieder ein Stück näher gekommen. Kai hat sein Praktikum beim Bäcker noch mal verlängert. „ Sollte das Praktikum von Kai so gut weiterlaufen wie bis her, kann er bei mir im Sommer 2008 in die Ausbildung übergehen“, so die Worte des Bäckermeisters. Auch Max ist bereits seit April im Malerbetrieb tätig und hofft, wie so manch einer aus seiner Klasse, auf den Übergang vom Praktikanten zum Auszubildenden.
Denn eins steht hier fest: Das Projekt gibt unseren Jugendlichen die Chance, in längerfristigen Praktika mit Talent und Persönlichkeit zu überzeugen – ohne dass die fünf in Mathe das Aus im Bewerbungszirkus bedeutet.

Und weil alle jetzt irgendwie im gleichen Boot sitzen, ist aus vielen einzelnen. schulmüden und unmotivierten Jugendlichen eine engagierte Solidargemeinschaft geworden. Viele gemeinsame Aktivitäten der Praxisklasse haben dazu beigetragen.

Obwohl der Stundenplan der Praxisklasse 9/5 prall gefüllt ist, bleibt immer noch Zeit für gemeinsame Aktivitäten. Zur Zeit stecken die Schüler (die Lehrer, die Berufsstartbegleiterin und die Sozialpädagogin auch!) voll in der Vorbereitungen für den großen Weihnachtsbasar am 28.11.07 im Schulzentrum

Hier profitieren mal wieder alle am Projekt Beteiligten. Schließlich können die Schüler der Praxisklasse schon mehr als „nur Pappe ausschneiden“! Der Praktikant beim Bäcker backt schon fleißig Kekse. Zwei seiner Klassenkameraden besuchen ihn demnächst in der Backstube und helfen beim ausstechen.
Die Schülerin, die als Floristin ihr Praktikum absolviert, übt sich schon fleißig an Adventsgestecken und bekommt dabei Hilfe vom Garten- und Landschaftsbauer.
Der Tischler sägt in Massenproduktion Elche aus Spanplatten, damit der Industriemechaniker sie dann mit Draht verbindet und der Maler sie in leuchtende Farben taucht.
Der Kaufmann im Einzelhandel sorgt für das nötige Verpackungsmaterial…

… so sind alle mal wieder motiviert bei der Sache und hoffen, das am Ende eine ordentliche Spende für die indische Hilfsorganisation Mobile Creches übrig bleibt.

 

Beitrag erstellt am 16.11.2007 von Beate Geisel