Felix
Nussbaum
Unsere Schule trägt
seinen Namen
Felix Nussbaum wurde am 11.Dezember
1904 in Osnabrück als zweiter Sohn von Phillip und Rahel Nussbaum
geboren. Er entstammt einer jüdischen Kaufmannsfamilie, sein
Vater betrieb eine Eisenwarenhandlung. Kunst und Musik gehörten
zu den Hobbys der lebensfrohen Familie, ebenso Ferien auf der Nordseeinsel
Norderney. Die Familie lebte nicht streng nach religiösen
Gesetzen,
bekannte
sich aber zum Judentum.
Seinem Vater gefiel es, dass Felix
Malerei studieren wollte. Er war begeisterter Hobbymaler und unterstützte
deshalb das Vorhaben seines jüngsten Sohnes. So studierte
Felix Nussbaum in Berlin die Malerei und hatte auch Erfolg! Zuerst
malte er noch sehr in der Richtung seines großen Vorbildes Vincent
van Gogh aber bald fand er auch andere Vorbilder
und seine eigene Art zu malen. Er erhielt gute Kritiken und man
lobte „das Eigenartige von Liebe und Tod, von Unschuld und
Galgenhumor (das bedeutet, dass man trotzdem lacht, auch wenn etwas
schrecklich ist), von Gruseligkeit und kindlichem Entzücken.“ Er
malte also oft etwas, was im Gegensatz zueinander steht, in seine
Bilder hinein. Sie sind heiter und lebensfroh, aber auch ernst.
Als Anerkennung für seine Malerei
erhielt er 1932 ein Stipendium (das ist eine finanzielle Unterstützung
für Studenten) und er durfte nach Rom zu einer berühmten
Malschule gehen.
Die Machtergreifung
der Nationalsozialisten 1933 verhinderte seine Rückkehr nach
Deutschland! Als Jude durfte er nicht in seine Heimat zurück.
Nussbaums Weg führte nun, gemeinsam mit seiner späteren
Ehefrau, der jüdisch-polnischen Malerin Felka Platek, über
Italien nach Frankreich und Belgien. 1937 bezog das Paar eine Wohnung
in Brüssel.
Felix Nussbaums
Bilder aus dieser Zeit zeigen Ausweglosigkeit, Selbstzweifel und
persönliche Angst vor Verfolgung. Er entwickelt einen eigenen
Stil, der aus seiner Lage als Emigrant (Auswanderer, besonders
aus politischen oder religiösen Gründen) entstanden ist.
Nach dem Einmarsch
der deutschen Truppen in Belgien wurde Felix Nussbaum 1940 verhaftet
und im südfranzösischen Lager Saint Cyprien eingesperrt.
Er floh jedoch aus einer Kaserne in Bordeaux. 1942 tauchte er zusammen
mit seiner Frau in Brüssel unter.
Zuerst versteckten
Freunde Felix Nussbaum und seine Frau Felka. Im März 1943
flüchten diese Freunde und wollen die Nussbaums mitnehmen,
doch Felka hat nicht mehr die Kraft dazu und entschließt
sich, in Brüssel zu bleiben. Felix Nussbaum lässt sie
jedoch nicht allein, und beide gehen in ihre alte Wohnung zurück.
Ihr Vermieter hatte ihnen im Haus eine versteckte Mansarde eingerichtet,
so dass er bei Razzien der Gestapo stets eine leere Wohnung vorweisen
konnte. So konnte Felix Nussbaum keine Ölgemälde mehr
malen, denn der Terpentingeruch hätte sie verraten!
Immer wieder malte
er Bilder seiner Lagererfahrungen. Das Lager erschien ihm wie die
Gefangenschaft im besetzten Belgien. Im Versteck gestaltete er
auch jene letzten Bilder, die vom jüdischen Schicksal handeln
und ihm die Hoffnung des Überlebens gaben.

Die bekanntesten Gemälde Nussbaums sind "Selbstbildnis mit Judenpaß" (1943)
und „Triumph des Todes“, seine letzte Arbeit.

Im Juli 1944 wurden Nussbaum und
seine Frau aufgrund eines Verrates verhaftet, nach Auschwitz deportiert
und ermordet.
Sein Werk ist sehr vielschichtig.
Einzigartig sind seine Bilder über den "Holocaust" der
Juden in Europa. Kein Betroffener hat ihn wie Nussbaum festgehalten.
Seine Kunst hat ihm seine menschliche Würde erhalten und ihm
den Willen zum Überleben gegeben.
(Informationen aus: Website des
Felix-Nussbaum-Hauses in Osnabrück vom 10.8.2000)
In Osnabrück, wo Felix Nussbaum
geboren wurde, trägt die dortige Hauptschule seinen Namen.
Seit dem 12.November 1999 darf sich auch unsere Schule „Felix-Nussbaum-Schule“ nennen.
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Felix Nussbaum:
"Wenn ich untergehe - laßt meine Bilder nicht sterben!"
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Felix Nussbaum mahnt uns mit seinen
Bildern offen zu sein für das „Andere“: Anders
sein, anders denken, anders glauben, anders aussehen – das
führt auch heute noch (und wieder) zu Gewalt und Verletzungen.
Felix Nussbaum und seine Bilder können uns helfen, in unserer Schule nicht
zu vergessen, was geschehen ist. Wir sollen Augen und Herzen offen
halten gegen das Unrecht, gegen Gleichgültigkeit, für
ein gutes Miteinander und die Anerkennung des „Anderen“.